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Foto: Gabi Peters

Lichtverschmutzung

Geschichte der Beleuchtung

Für lange Zeit der Erdgeschichte war die dunkle Nacht etwas Unveränderliches. Die Menschen waren die ersten Lebewesen auf unserem Planeten, denen es gelang, Feuer und damit auch Licht zu entzünden. Damit waren sie weniger abhängig vom Tageslicht und fühlten sich auch sicherer, weil sie Raubtiere fernhalten konnten.

Lange Zeit beschränkte sich Beleuchtung, z. B. mit Kerzen, auf den Wohnbereich und auch hier oft nur auf einen Raum. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurden in den Städten auch Plätze und Straßen mit Gaslaternen erhellt. Eine große Veränderung bewirkten schließlich die Glühlampen, die in großer Zahl erzeugt wurden und schnell und bequem viele Häuser und Orte beleuchteten.

Damit waren die Menschen plötzlich nicht mehr auf Tageslicht angewiesen, um ihren Aktivitäten nachzugehen. In den Fabriken konnte durchgearbeitet werden und so wurde die Schichtarbeit erfunden. Wir können nun ein Leben ohne Pause führen – mit allen Vor- und Nachteilen.
 

Sicherheit im Dunkeln

Mit Licht verbinden wir meist etwas Gutes und Angenehmes. Auch wenn es heutzutage kaum die Gefahr gibt, dass Raubtiere in der Dunkelheit lauern, so gibt es doch eine große Zahl von Menschen, die sich in der Nacht unsicher fühlen. Vielleicht erinnern uns manche Situationen an Szenen, die wir aus Krimis und Gruselfilmen kennen. Das Böse kommt darin stets aus der Finsternis. Es gibt aber keinen Hinweis dafür, dass mehr Licht mehr Sicherheit bedeutet. Bei der Beleuchtung öffentlicher Orte sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht übermäßig hell ausfällt. Denn das bewirkt, dass angrenzende Flächen umso dunkler erscheinen. Tritt man aus einem sehr intensiv ausgeleuchteten Bereich in den Schatten, so ist das Auge nicht adaptiert und es könnte tatsächlich passieren, dass man ein Hindernis oder eine Gefahr übersieht. Ähnliches kann passieren, wenn man durch zu grelles Licht geblendet wird.

 

Was ist Lichtverschmutzung?

Lichtverschmutzung ist die Aufhellung der Nacht und des Nachthimmels durch künstliches, vom Menschen verursachtes Licht. Nicht gemeint ist damit das Licht, das von den Himmelskörpern ausgeht. Im Gegenteil, den dieses Licht können wir durch die Lichtverschmutzung fast nirgendwo auf der Erde ungetrübt wahrnehmen. Bereits 99 Prozent der Europäer leben unter einem lichtverschmutzten Himmel und können den Sternenhimmel nicht in seiner vollen Pracht sehen.

Man unterscheidet grundsätzlich drei Arten von Lichtverschmutzung:

  • Himmelsaufhellung: Licht strahlt von städtischen Gebieten aus in die Erdatmosphäre. Es wird von Staub- und Partikelwolken in der Luft gestreut und breitet sich aus. Es bilden sich Lichtglocken, die die Sicht auf die Sterne und weitere Himmelsobjekte beeinträchtigen. Dieses Phänomen wird auch Skyglow genannt.
  • Streulicht: Wenn Licht von Lichtquellen direkt in die Umgebung abgestrahlt wird, anstatt nur den gewünschten Bereich zu beleuchten, entsteht Streulicht. Ein Beispiel wären kugelrunde Straßenlaternen, die Licht in alle Richtungen abstrahlen.
  • Blendung: Blendung tritt auf, wenn helles, unkontrolliertes Licht die Sicht erschwert und Kontrastverluste verursacht. Zum Beispiel können zu helle Scheinwerfer zu einer Beeinträchtigung der Sicht führen.

 

Light Pollution Map

Mittelschule
Geschätzte Dauer:
ca. 30 Minuten
Materialien: Internet, digitales Endgerät

Durchführung: Die Jugendlichen suchen ihren Heimatort auf der Light Pollution Map https://lighttrends.lightpollutionmap.info/ und finden heraus, wie sehr sie von Lichtverschmutzung betroffen sind. Es können auch die verschiedenen Layeroptionen ausprobiert werden. Sie bieten unterschiedliche Darstellungsweisen (z. B. farbige oder Grautonskala). Vor allem aber kann die Entwicklung während der letzten Jahre (ab 2014) verfolgt werden. Die Kinder studieren die Karte zuerst in Zweiergruppen und diskutieren dann im Plenum ihre Erkenntnisse.

Beobachtungsaufgaben:

  • Wie sehr ist deine Heimatgemeinde von Lichtverschmutzung betroffen?
  • Wie sieht es in der Naturpark-Region aus?
  • Wer oder was könnten die bedeutendsten Quellen von Lichtverschmutzung sein?
  • Wie hat sich die Situation seit 2014 entwickelt?

Info: Das Jahr 2020 sticht heraus: Während der Covid19-bedingten Lockdowns war der Nachthimmel vielerorts weniger stark von Lichtverschmutzung betroffen. Gerade für die Entwicklung über die letzten zehn Jahre lohnt es sich, den Blick nicht nur auf den eigenen Ort, sondern auf eine größere Region zu richten.

Lichtverschmutzung erkennen und vermeiden

Lichtverschmutzung hat verschiedene Ursachen: Es gibt zum Beispiel sehr viele Beleuchtungskörper, die gar nicht notwendig sind. Es wird nur zu dekorativen Zwecken beleuchtet. Die Beleuchtung ist ständig eingeschaltet, obwohl sie nur punktuell gebraucht wird. Die Beleuchtung ist schlecht ausgerichtet. Die Lampen haben eine sehr hohe Farbtemperatur und mit viel Blauanteil im Lichtspektrum.

Durch feuchte und glatte Oberflächen, die spiegeln, kann das Problem der Lichtverschmutzung noch verstärkt werden, durch Licht, das zum Beispiel auf Glasfassaden, auf Gewässeroberflächen oder nasse Straßen trifft.

Rund 7.500 Satelliten sind als künstliche Leuchtkörper am Nachthimmel zu sehen und beeinträchtige ebenfalls den Blick auf die Sterne. Satelliten ziehen als helle Lichtpunkte über den Himmel und verschwinden wieder. Im Gegensatz zu Flugzeugen blinken sie nicht.

 

Quellen von Lichtverschmutzung erkennen

Volksschule, Mittelschule
Geschätzte Dauer:
ca. 30 Minuten
Materialien: Abbildungen mit verschiedenen Beleuchtungssituationen, zum Beispiel die folgenden Fotos. Alternativ das Miniposter der Hellen Not, auf dem die Beleuchtungssituationen abstrahiert und daher leichter zu erkennen sind (Download unter: https://hellenot.org/fileadmin/user_upload/6_Weitere_Infos/6_2_Downloads/2023_Infoblatt_TKLN.pdf)

Durchführung: Die Kinder bilden Kleingruppen und diskutieren jeweils eine der Beleuchtungssituationen. Anschließend stellen sie ihre Erkenntnisse der Gruppe vor. Bei jüngeren Kindern kann es auch sinnvoll sein, dass die Klasse gemeinsam mit der Lehrperson die einzelnen Bilder bespricht.

Beobachtungsaufgaben:

  • Welche Art von Lichtverschmutzung ist auf dem Bild zu erkennen?
  • Was könnte die Ursache sein?
  • Welche Probleme könnten daraus entstehen?
  • Was könnte man besser machen?

Info: Die gute Ausleuchtung des Sportplatzes ist natürlich notwendig, wenn Spiele stattfinden. Wird der Platz jedoch nicht genutzt, dann ist das eine unnötige Aufhellung des Nachthimmels. Das Licht ist sehr grell und überstrahlt alles. Außerdem ist es in einem Bereich des Lichtspektrums, der Insekten magisch anzieht.

Die Straßenbeleuchtung leuchtet nicht nur den Verkehrsbereich aus, sondern strahlt in alle Richtungen und hellt damit den Nachthimmel auf. Es blendet und wird außerdem noch von der glatten Straßenoberfläche reflektiert und verstärkt.

Im Skigebiet strahlen viele Beleuchtungskörper ohne Abschirmung in den Himmel. Das Licht ist kaltweiß und blendet. Die Beleuchtung entlang des Seeufers wird von der Wasseroberfläche reflektiert und damit extrem verstärkt.

Der Nachthimmel ist durch viel Beleuchtung, die nach oben abstrahlt, sehr stark aufgehellt. Die Kirche wird offenbar von unten angestrahlt, so dass sie sogar einen Schattenwurf am Nachthimmel verursacht.

Lichtverschmutzung vermeiden

Kindergarten, Volksschule, Mittelschule
Geschätzte Dauer:
ca. 30 Minuten
Materialien: Broschüre „Besseres Licht“ der Oberösterreichischen Umweltanwaltschaft (Download unter: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/files/publikationen/us_Besseres_Licht_2022.pdf)

Durchführung: Mit Kindern im Kindergarten und in der Volksschule können die Bilder in der Gruppe bzw. in der Klasse gemeinsam und in jeweils altersgerechter Sprache besprochen werden. In der Mittelschule bilden die Schüler*innen Kleingruppen und diskutieren jeweils eine der vier Bildreihen. Anschließend stellen sie ihre Erkenntnisse der Gruppe vor.

Beobachtungsaufgaben:

  • Welche Situation ist auf dem Bild zu sehen und wozu wird Beleuchtung gebraucht?
  • Wie unterscheiden sich die Leuchtkörper in der Bildreihe?
  • Was wurde in den unteren Bildern besser gemacht?

Info: In der obersten Bildreihe werden jeweils zu viele, zu helle und ungerichtete Beleuchtungskörper verwendet, die in alle Richtungen abstrahlen. Es wird überall kaltweißes Licht verwendet, das besonders stark streut. Nachbarn und nachtaktive Tiere werden gestört, der Nachthimmel aufgehellt und sehr viel Energie und Geld verschwendet.

In der mittleren Bildreihe wird schon vieles besser gemacht: Das Licht wird zielgerichtet und mit geringerer Intensität eingesetzt. Bewegungsmelder begrenzen das Licht auf die Zeit, in der es gebraucht wird, es wird warmweißes Licht verwendet, das weniger blendet und eine angenehmere Atmosphäre schafft.

In der unteren Bildreihe wird das Licht nur dort verwendet, wo es unbedingt notwendig ist, die übrige Beleuchtung wird in der Nacht abgeschaltet, z. B. Werbung oder Gebäudebeleuchtung.

Lichtinventar

Volksschule, Mittelschule
Geschätzte Dauer:
ca. je eine Unterrichtseinheit für die Aufnahme und die Diskussion
Materialien: Block und Stift, optional (Handy-)Kamera

Durchführung: Die Kinder bekommen den Auftrag allein oder in Kleingruppen, ein Inventar der Außenbeleuchtung in einem der folgenden Bereiche zu machen: im eigenen Garten/im Schulhof/entlang einer Gemeindestraße. Die Ergebnisse werden in der Klasse vorgestellt und diskutiert. Anschließend werden anhand der Inventare Verbesserungsvorschläge entwickelt.

Beobachtungsaufgaben:

  • Welche Beleuchtungskörper gibt es und welchen Zweck haben sie?
  • Beurteile für jeden einzelnen: Ist er notwendig? Leuchtet er ununterbrochen oder nur nach Bedarf? Beleuchtet er das, was er beleuchten soll? Ist er in der richtigen Höhe montiert und gut ausgerichtet? Wie beurteilst du Lichtintensität und Lichtfarbe?
  • Was könnte verbessert werden?

Info: Kein Licht zu rein dekorativen Zwecken, Licht nicht auf Naturflächen, Teiche, Bäume richten. Dauerlicht vermeiden, stattdessen Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren verwenden. Ausrichtung und Montagehöhe so wählen, dass es möglichst wenig Streulicht gibt. Möglichst geringe Lichtintensität und warme Lichtfarbe wählen.

Tipps zur Reduktion von Lichtverschmutzung

Wie wirkt sich Lichtverschmutzung auf Pflanzen und Tiere aus?

Insekten haben, um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden sehr lichtempfindliche Facettenaugen und sehen somit ganz anders als Menschen. Sie werden besonders durch grelles, weißes Licht (im kurzwelligen, blauen Bereich) angezogen. Kommt nun ein Insekt in die Nähe einer künstlichen Lichtquelle, so wird es geblendet und ist damit orientierungslos. Außerhalb des hellen Lichtscheins kann es nichts erkennen und schafft es nicht, sich wieder ins Dunkel zurückzuziehen. Es kann sich der Anziehungskraft der Lichtquelle nicht entziehen und stirbt an Erschöpfung oder verbrennt im schlimmsten Fall daran. Die so verendeten Insekten fehlen einerseits als Bestäuber verschiedenster Pflanzen, andererseits als Nahrung für insektenfressende Tiere.

Einige Räuber machen sich die anlockende Wirkung des Lichtes auch zunutze und lauern in der Nähe von Lichtquellen ihrer Beute auf, z. B. Raubkäfer und einige Fledermausarten.

Auf besondere Art leiden Leuchtkäfer/Glühwürmchen unter der Lichtverschmutzung: Bei zu hellem Licht in der Umgebung ist das Leuchten nur mehr schwer wahrnehmbar. Die Tiere fressen nach der Verpuppung nichts mehr, verbrauchen aber viel Energie fürs Leuchten und leben nur mehr wenige Tage. Wenn sich Weibchen und Männchen wegen zu hoher Lichtintensität nicht rechtzeitig finden können, drohen die Glühwürmchen zu verschwinden.

Der Wechsel von Tag und Nacht bestimmt das Leben der Vögel und steuert ihre Aktivitäten: Paarung, Brut und Aufzucht der Jungen, Zugverhalten. Künstliches Licht lässt für manche Vögel den Tag viel früher beginnen bzw. länger erscheinen, als er ist. Resultat kann sein, dass die Tiere schon zu nächtlicher Stunde singen (z. B. Amseln) oder dass sie zu früh im Jahr mit der Brut beginnen und dann keine Nahrung für die Jungvögel finden. Zugvögel sind besonders betroffen. Die meisten von ihnen fliegen nachts, da die Flugbedingungen günstiger und sie vor natürlichen Feinden sicher sind. Die Vögel orientieren sich an den Sternen und am Magnetfeld der Erde. Starke künstliche Lichtquellen lassen die Vögel die Orientierung verlieren, sie kommen von ihren über Jahrtausende erlernten Routen ab, machen Umwege und das kostet Energie, die sie für die lange Reise brauchen.

Manche Fledermausarten (vor allem solche, die schnell fliegen und sich auch schnell wieder verstecken können) nutzen das vorübergehend hohe Nahrungsangebot in der Nähe künstlicher Lichtquellen, um leichte Beute zu machen. Für andere (vor allem langsamere) ist die Beleuchtung ein Hindernis. Sie wollen lieber im Schutze der Dunkelheit bleiben und müssen Umwege fliegen, um in ihre Jagdreviere zu kommen. Sie verlieren also wertvolle Jagdzeit. Für die Fledermäuse ist es ein großes Problem, wenn ihre Tagquartiere angestrahlt werden: Wenn es vor dem Ausflugloch noch hell ist, wagen es die Fledermäuse nicht auszufliegen. Sie fliegen erst los, wenn die Beleuchtung abgeschaltet wird. Dadurch verkürzt sich ihre Jagdzeit und sie haben weniger Zeit, um ihre Jungen und sich selbst zu versorgen.

Für Amphibien – wie Frösche und Kröten – birgt übermäßiges Licht unterschiedliche Gefahren. Manche Arten werden vom Licht, vor allem aber von den zahlreichen sich dort einfindenden Insekten angelockt und können dabei selbst zu Beute oder zum Verkehrsopfer werden. Andere Arten meiden das Licht und werden erst bei Dunkelheit aktiv. Für diese Arten verringert sich die Zeit, die für die Nahrungs- oder Partnersuche zur Verfügung steht. Manche Arten hören bei starker Beleuchtung auf zu rufen – vermutlich um keine Räuber auf sich aufmerksam zu machen. Auch sie sind dadurch in der Partnersuche eingeschränkt.

Bei Fischen kann Licht die Hormonausschüttung beeinflussen. In manchen Fischzuchten macht man sich das zunutze und verlängert durch Lichtintensität die Wachstumsphase der Tiere. In der Natur kann zu viel Licht das Fortpflanzungsverhalten von Fischen stören oder das Wanderungsverhalten unterdrücken.

Mehr Licht beschleunigt das Wachstum von Pflanzen. Das nutzt man in Gewächshäusern. Licht erhöht aber auch die Verdunstung. Dadurch entsteht ein Sog, der das Wasser aus dem Boden in die Pflanze transportiert. In den warmen Monaten dient dieser Mechanismus der Versorgung der Pflanze mit Wasser. Im Winter ist das Wasser im Boden aber gefroren. Wenn die Pflanze über die Blätter ständig Wasser verdunstet, ohne dass sie neues aus dem Boden aufnehmen kann, läuft sie Gefahr zu vertrocknen. Viele Bäume in unseren Breitengraden werfen daher im Winter ihr Laub ab. Der Laubabwurf wird durch die Tageslänge gesteuert. Werden Pflanzen also nachts von einer starken Lichtquelle angestrahlt, so „wissen“ sie nicht, dass es Winter ist, und werfen das Laub nicht ab.

Insekten mit Licht fangen

Kindergarten, Volksschule, Mittelschule
Geschätzte Dauer:
eine Stunde
Materialien: großes weißes Tuch (z. B. Leintuch), Wäscheleine, helle Taschenlampe oder Fahrradlicht; optional: Becherlupe und Bestimmungsbuch

Durchführung: Die Wäscheleine wird zwischen Bäumen im Garten oder Park befestigt und das Tuch darüber gehängt. Das Licht wird so befestigt, dass das Tuch beleuchtet wird. Die Stelle sollte so ausgesucht werden, dass die Lichtfalle die einzige Beleuchtung in der Nähe ist. Damit werden nun nachtaktive Insekten angelockt. Sie sind auf dem hellen Tuch gut sichtbar. Je nach Alter der Kinder können die Tiere nun einfach nur beobachtet werden, sie können gezählt und/oder mit der Becherlupe gefangen und bestimmt werden. Wenn die Kinder genug gesehen haben, wird die Lampe wieder ausgeschaltet. Erst wenn sich alle Tiere von der Falle lösen konnten, wird das Tuch wieder eingepackt.

Beobachtungsaufgaben:

  • Wie viele Insekten könnt ihr beobachten?
  • Wie viele Arten könnt ihr unterscheiden?
  • Gibt es Unterschiede abhängig von der Beleuchtung, vom Wetter und der Jahreszeit?

Info: Im Rahmen eines kleinen Unterrichtsprojektes kann der Versuch mit Leuchtkörpern unterschiedlicher Intensität und Lichtfarbe, zu verschiedenen Zeiten im Jahr und bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen wiederholt werden.

Glühwürmchen-Spiel

Volksschule, Mittelschule
Geschätzte Dauer:
10–20 Minuten
Materialien: Taschenlampen

Durchführung: Die Personen mit den Taschenlampen erhalten verdeckt jeweils einen Code, der einer Glühwürmchen-Art entsprechen soll und den sie mit den Lampen aussenden sollen. Auch an die anderen Mitspieler*innen werden Zettel mit den Codes verteilt. Sie sollen anhand der Leuchtsignale die richtigen Partner finden. Die Kinder mit den Taschenlampen stellen sich an einen ausreichend dunklen Ort und senden ihre Signale, die anderen versuchen sie zu erkennen. 

Beispiele für Signale:

  • kurz-kurz-Pause
  • lang-lang-Pause
  • lang-kurz-Pause
  • kurz-kurz-lang-Pause

Haben sich alle Partner gefunden, so können die Rollen getauscht werden und eine andere Gruppe sendet nun die Leuchtsignale. Wenn es ihnen Spaß macht, dürfen sich die Schüler*innen natürlich eigene Codes überlegen.

Auswirkungen von Kunstlicht

Mittelschule
Geschätzte Dauer:
30–45 Minuten
Materialien: Folie 5 der Präsentation „Lichtverschmutzung, Auswirkungen, verträgliche Beleuchtung“ (https://hellenot.org/fileadmin/user_upload/PDF/WeiterInfos/24_Praesentations-Folien_TKLN_HelleNot.pdf)

Durchführung: Die Schüler*innen haben bereits einiges über nachtaktive Lebewesen und die Auswirkungen von Lichtverschmutzung gehört. Sie bilden Zweiergruppen und haben 10 Minuten Zeit sich zu überlegen, welche Themen mit den Abbildungen auf Folie 5 angesprochen werden. Sie notieren Stichworte oder Fragen dazu. Anschließend werden die Erkenntnisse der Gruppenarbeiten im Plenum diskutiert.

Info: Themen der Bilder (von links oben nach rechts unten): 

  • Bild 1 – Barrierewirkung für und Störung von nachtaktiven Tieren, Blendung, Unfallgefahr
  • Bild 2 – Insektenfalle Licht und Folgewirkungen für das Ökosystem
  • Bild 3 – Irritation von Zugvögeln, Abbringen von der Route und Folgewirkungen
  • Bild 4 – Beeinflussung des Jagdverhaltens von Fledermäusen, Barrierewirkung
  • Bild 5 – Verzögerung des Laubfalls bei Bäumen und Folgewirkungen
  • Bild 6 – Beleuchtung von Gewässern und Auswirkungen auf Fische und Amphibien

In dieser Bilderserie stehen die Auswirkungen auf nachtaktive Organismen im Vordergrund. Wenn dies zuvor im Unterricht bereits behandelt wurde, kann natürlich auch über die Beschaffenheit der Beleuchtungskörper, ihre Ausrichtung und Notwendigkeit sowie Verbesserungsmöglichkeiten gesprochen werden. Umgekehrt können die Bilder auch zum Anlass genommen werden, um genau das zu thematisieren.

Wirkung von Lichtverschmutzung auf den Menschen

Lichtverschmutzung hat Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit:

Störung des zircadianen Rhythmus (24-Stunden-Rhythmus): Der Wechsel von Tag und Nacht ist wichtig für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Durch unsere Lebensweise haben wir diesen Rhythmus durcheinandergebracht: Tagsüber halten wir uns sehr oft in geschlossenen Räumen auf und sehen zu wenig Licht. Unser Körper produziert weniger vom Botenstoff Serotonin, der uns wach macht. Dafür machen wir es nachts künstlich hell.

Unterdrückung der Melatoninproduktion: Nachts ist weißes Licht mit hohen Blauanteilen (Wellenlängen unter 550 nm), wie es z. B. von Displays ausgestrahlt wird, besonders irritierend. Es hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin, das uns zur Ruhe kommen und gut schlafen lässt.

Als Folge von Schlafstörungen können wir uns schlecht konzentrieren, unser Gedächtnis und unsere Lernfähigkeit leiden darunter.

Langfristig können ernste gesundheitliche Folgen auftreten: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes, bestimmte Krebsarten (z. B. Brust-, Prostata-, Darm- und Gebärmutterkrebs) und psychische Erkrankungen steigt.

 


Das Projekt „Erhellendes über die Dunkelheit - Bewusstseinsbildung zur dunklen Nacht für Naturpark-Schulen“ wurde vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie gefördert.

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